DAS Projekt: Ski-Transalp
25.000 Höhenmeter und 300 Kilometer - einmal quer über die Alpen mit Tourenski unter den Füßen und ohne Liftunterstützung. Einzig drei große Quertäler (Inntal, Vinschgau, Valli Giudicarie) werden mit Verkehrsmitteln gequert.Wir, d.h. Bernd Ritschel, Andi Pöll, Christian Schneeweiß und Christian Speer, alle vier Alpinisten aus Leidenschaft, haben die Alpen an ihrer breitesten Stelle überquert. Uns ging es weder um Rekorde noch um "Speed", sondern viel mehr um den Spaß in den Bergen. 25.000 Höhenmeter haben wir ohne Liftunterstützung, nur im Einklang mit der Natur, gemeistert. Die Route erstreckte sich vom Gardasee in Italien bis zum Kochelsee in den Münchner Voralpen- über die Adamellogruppe, das Ortlergebiet, die Ötztaler Alpen, die Stubaier Alpen, die Mieminger Kette sowie das Wettersteingebirge und zuletzt das Estergebirge.
15 bis 20 Tage und 14 Etappen hatten wir für dieses Unternehmen eingeplant. Letztendlich sind dann 17 Tage und 15 Etappen daraus geworden. Uns ging es nicht um den Weg des geringsten Widerstands oder um einen weiteren Rekordversuch. Stattdessen wollten wir so viele schöne Gipfel wie möglich besteigen, wie zum Beispiel die Wildspitze, die Weißkugel, den Cavedale, und den Adamello. Die Nächte haben wir vorwiegend in Hütten bzw. deren Winterräumen, in Biwakschachteln und dort wo notwendig bzw. sinnvoll auch in Talorten verbracht.
Ursprünglich wollten wir vom Kochelsee zum Gardasee gehen. Doch die schlechten Wetterbedingungen auf der Alpennordseite machten den Start von Deutschland aus unmöglich. Um die Tour doch noch in diesem Winter durchführen zu können, gab es nur eine Möglichkeit: die Route umzudrehen, von Italien aus zu starten und den Heimweg über die Alpen anzutreten!
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Auf den Geschmack gekommen?
Der DAV-Summit Club bietet die Skitransalp unter der Leitung eines staatlich geprüften Ski- und Bergführers an.
Weitere Infos dazu finden Sie auf www.dav-summit-club.de
Für alle, die über einen Skitransalp nachdenken, haben wir im Folgenden ein paar Tipps und Erfahrungswerte zusammengestellt.
1. Die Planung:
Auch wenn es ab kommenden Winter eine ausführliche Routenbeschreibung zum Skitransalp gibt, sollte man sich schon im Vorfeld intensiv mit Hilfe von Skitourenführern und gutem Kartenmaterial in die Route einarbeiten. Auch Schlechtwettervarianten, Notabstiege oder das Umgehen lawinengefährdeter Passagen oder Etappen sollten schon im Vorfeld durchgedacht und geplant werden. Wir waren überrascht welches Maß an Flexibilität und Kompromissbereitschaft notwendig war um unseren Transalp erfolgreich zu realisieren.2. Die Fitness:
Ich weiß, 2000 Höhenmeter und Etappenlängen zwischen 30 und 40 Kilometer, sind in Zeiten ständig neuer Speedrekorde ein geradezu lächerliches Tagespensum, aber wenn man sie mal an drei oder vier Tagen hintereinander gehen muss werden die Beine doch irgendwann schwer. Mehr als die Hälfte des Transalp spielt sich zudem in Höhen zwischen 2500 Meter und 3700 Meter ab, dazu der schwere Rucksack, die Spurarbeit und nicht zuletzt die Gesamtdauer der Tour. Wir empfehlen im Transalp-Winter mindestens 15 bis 20 längere Skitouren (1500 bis 2000 Höhenmeter) als Vorbereitung.3. Die Erfahrung:
Ein Skitransalp stellt deutlich höhere Anforderungen an die Erfahrung und das bergsteigerische Können als ein sommerlicher Wander- oder Mountainbike Transalp. Wege, Markierungen und oft auch Wegweiser liegen im Winter unter einer meterdicken Schneedecke und helfen nicht zur Routenfindung. Mehr als die Hälfte des Transalp hatten wir keine Skispuren denen wir folgen konnten!! Dazu schlechte Sicht durch Nebel oder Schneetreiben. Eine umfassende und langjährige!! Skitourenerfahrung ist dementsprechend unumgänglich.4. Die Orientierung:
Der absolut sichere Umgang mit Karte, Kompass und GPS ist Grundvorraussetzung für die richtige bzw. sichere Routenfindung auf einem Skitransalp. Wir kämpften fast jeden zweiten Tag mit Nebel, Schneetreiben und Sturm.5. Die Gefahren:
Zwischen einer Sonntagstour auf die viel begangene Lampsenspitze im Sellrain und einem Skitransalp liegen Welten!! Temperaturen von unter minus 20 Grad in Kombination mit starkem Wind können durchaus auch in den Alpen zu Erfrierungen führen. Zusätzlich zur Sturmhaube hat sich z.B. Sonnencreme ohne Wasser bewährt. Die Hauptgefahr sind jedoch die Lawinen. In den meisten Wintern wird es unmöglich sein alle Etappen bei gutem Wetter, guter Sicht und guten Verhältnissen zu gehen. Natürlich haben auch wir im Vorfeld von so einem „Jahrhundert - Schönwetter - Lawinenwarnstufe 1 - Winter“ geträumt. Das heißt in der Konsequenz: mindesten ein, besser zwei Teilnehmer sollten über viel Erfahrung und Fachwissen bezüglich Lawinen verfügen: die Beurteilung kritischer Hänge, des Schneedeckenaufbaus, die richtige Routenwahl, das Einhalten von Sicherheitsabständen etc.. Die Verschüttetensuche und Verschüttetenbergung sollte zeitnah von allen vorher geübt werden!6. Die Verpflegung:
Für die Nächte in den Winterräumen unbewirtschafteter Hütten hatten wir gefriergetrocknete Nahrung dabei. Auf Tour ernährte ich mich z.B. von Fruchtschnitten, Studentenfutter und ab und an etwas Käse oder Salami. In allen Talorten kann Verpflegung (außer den gefriergetrockneten Fertiggerichten) nachgekauft werden.7. Der Umweltschutz:
Dass man außer den Skispuren keine anderen Spuren hinterlässt ist selbstverständlich. Auch von den Hütten haben wir unseren Müll wieder hinunter getragen ins nächste Dorf.// zurück


